Oper, Konzept: Ekehardt Rainalter, Michaela Senn, Peter Brandlmayr, Martin Fritz
Unser derzeitiges Weltbild definieren wir als ein kybernetisches, also ein sich in der Steuerung von Lebensbereichen erschöpfendes, hoch
individualisiertes Weltbild. Der sekularisierte Dialog zwischen Mensch und Maschine bestimmt längst alle Lebensbereiche; Der öffentliche Raum in den Städten und Dörfern wird dominiert von Werbung und leger gekleideten Menschen mit beschränkter Aufmerksamkeit. Mit Wachheit ist an vielen Orten also nicht mehr zu rechnen. An dieser Stelle entscheidet sich ein Großteil der Kulturkritik dafür die narzisstische Überdefinition des Subjekts und einen verwahrlosten öffentlichen Raum anzuprangern; das wollen wir aber nicht. In einer vagen Definition eines ´pataphysischen Weltbildes möchten wir die bisherigen Notwendigkeiten übersetzen in produktive Passivität und den Glauben an die Absurdität der Dinge.
Der Verdienst der Pataphysik ist es, bestätigt zu haben, dass es keine metaphysische Rechtfertigung gibt, um allen Leuten den Glauben an dieselbe Absurdität aufzuzwingen. Die Möglichkeiten des Absurden und der Kunst sind mannigfaltig. Der logische Schluss dieses Prinzips wäre die anarchistische These: jedem seine eigenen Absurditäten. Das Gegenteil dessen stellt die gesetzliche Macht dar, die alle Mitglieder der Gesellschaft dazu zwingt, sich ganz den Regeln der politischen Absurdität des Staates zu unterwerfen.
In der pataphysischen Oper werden Menschen einer neuen Idee von Gesellschaft gegenübergestellt. Nonkonformismus bedeutet hier nicht dagegen, sondern dafür zu sein. Wir wollen uns nicht vereinzeln und unternehmen große Anstrengungen unseren eigenen, narzisstischen Tendenzen nicht unwidersprochen nachzugeben. Das Paar und die Gemeinschaft sind wichtiger als das Individuum,und es gibt ein Leben, das eine Außenbeziehung ist; einen Materialismus, der sich von allem Subjektiven freimacht. Deshalb müssen wir fragen, wie das Denken in den Körper gelangt und nicht ob es frei zu schweben vermag.










